Die Geschichte des AICGSDie Idee für das American Institute for Contemporary German Studies (AICGS) war es, ein Institut an der Johns Hopkins Universität zu gründen, das amerikanischen Politikexperten, Unternehmensführern und den Medien ein besseres Verständnis sowohl der Bundesrepublik Deutschland als auch der Deutschen Demokratischen Republik und deren entscheidenden Funktionen in der transatlantischen Allianz vermitteln würde. Die Johns Hopkins Universität diente als optimaler Standort für AICGS, da die Universität aufgrund ihrer wissenschaftlichen Forschung sehr renommiert war und langjährige Verbindungen zu deutschen akademischen Institutionen pflegte.

Die Gründer entschlossen sich, die Forschungs- und Programmarbeit des Instituts zukunftsorientiert zu gestalten. Die neue Organisation würde sich nicht hauptsächlich mit der Geschichte Deutschlands befassen. Stattdessen würde sich die neue Organisation mit dem zeitgenössischen Deutschland der Nachkriegszeit auseinandersetzen – einem demokratischen Staat mit einer funktionierenden Marktwirtschaft, einem bedeutenden Gründerstaat der Europäischen Gemeinschaft, einem entscheidenden Bündnispartner in der NATO und einem wichtigen Partner für die USA. Die Programme des Instituts würden die sich verändernde Dynamik der Wirtschaft, Politik und Gesellschaft Deutschlands untersuchen.

Der Fall der Berliner Mauer am 9. November 1989 kündigte das Ende des Kalten Krieges an und markierte den Anfang der deutschen Wiedervereinigung, die am 3. Oktober 1990 offiziell wurde. Die Schwerpunkte der Programmarbeit des Instituts wurden weiter ausgebaut und zogen die deutsch-amerikanische Partnerschaft im Kontext der transatlantischen und globalen Beziehungen zunehmend in Betracht. Zu dieser Zeit wurde auch die Kernstruktur der Forschungsarbeit des Instituts entwickelt, die aus drei Säulen besteht: Business & Economics; Foreign & Domestic Policy; und Society, Culture, & Politics.

Das AICGS Foreign & Domestic Policy Program

untersucht jene Faktoren, die wichtige politische Debatten in den USA, Deutschland und Europa prägen und die für die deutsch-amerikanische Beziehung relevant sind. Dazu gehören zurzeit Analysen zu den Themen internationale Sicherheitsfragen und Energie- und Umweltpolitik.

Das AICGS Business & Economics Program

liefert Einsichten in institutionelle, politische, kulturelle und historische Faktoren, die unsere Reaktionen auf eine sich vertiefende ökonomische Integration und die Herausforderungen der Globalisierung prägen. Aktuelle Themen des Business & Economics Program sind die Euro-Krise und die Gesundheitsreform.

Das AICGS Society, Culture & Politics Program

veranschaulicht den Einfluss von Kultur auf die deutsch-amerikanische Beziehung und analysiert, wie kulturelle Vorstellungen und Werte, unterschiedliche Interpretationen historischer Erfahrungen sowie wechselnde Auffassungen von nationaler Identität, die Perspektiven und politischen Lösungen im deutsch-amerikanischen Dialog prägen. Das Society, Culture & Politics Program konzentriert sich aktuell auf die Integration der Muslime in den USA und Deutschland und die Bemühungen um Versöhnung in Europa und Asien.