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Deutschland und der Nahe Osten: Ein Blick zurück und in die Zukunft
By Dr. Jackson Janes
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Die anhaltende Debatte in Deutschland um das Ausmaß des deutschen Engagements bei dem Friedenseinsatz im Libanon ist geprägt von Argumenten sowohl über Deutschlands Vergangenheit als auch Deutschlands Zukunft. Die Leidenschaft, die sich an dem Argument der Last der Vergangenheit entzündet, ist Teil von beiden Seiten, für oder gegen einen deutschen Einsatz als Teil einer europäischen UN-Truppe. Obwohl die deutsche Regierung Unterstützung bei dem Wiederaufbau des Landes zugesagt hat, die Besorgnis über die Möglichkeit, dass deutsche Soldaten sich mit israelischen Soldaten konfrontiert sehen könnten, ist die Basis aller jener, die sich gegen einen militärischen Einsatz Deutschlands aussprechen. Trotz der Tatsache, dass sogar der israelische Premierminister Olmert eine Teilnahme deutscher Truppen an der UN-Friedenstruppe begrüßt hat, kommt für die meisten Deutschen die Entsendung von Bodentruppen an die libanesisch-israelische Grenze nicht in Frage. Der mögliche Einsatz im Libanon wirft erneut Fragen nach Deutschlands Erbe aus dem Zweiten Weltkrieg und dem Holocaust auf und wie Deutsche sich damit heute im Zusammenhang mit einer unruhigen Welt auseinandersetzen.
Alle deutschen Regierungen haben Deutschlands Verpflichtung zu Israel während der letzten 50 Jahre bekräftigt, eine Verpflichtung, die immer auch die Bereitschaft Frieden in der Region zu erreichen, mit einschloss. In der Tat, es war gerade wegen Deutschlands Geschichte, dass die Beziehung zwischen Israel und Deutschland immer als besonders angesehenen wurde, die durch die Erinnerung and die Vergangenheit und die Erneuerung der Partnerschaft definiert wurde. Besonders unter Joschka Fischer, sowie auch seinem Nachfolger im Außenministerium, war Deutschland besonders als Vermittler in der Region tätig.
Deutschlands Geschichte war auch die Basis derjeniger, die während des Krieges auf dem Balkan forderten, dass Deutschland den Genozid auf seiner Türschwelle stoppen müsste, sogar ohne ein klares Mandat der UN. Die Debatte konzentrierte sich auf Deutschlands Erbe, welches nicht nur „Nie Wieder Krieg" sondern auch „Nie Wieder Auschwitz" beinhaltete. In den zum Teil hitzigen Auseinandersetzungen versuchten die Deutschen zu verstehen, wie ihre Vergangenheit die zunehmenden Verantwortungen beeinflusste. Das Ergebnis war eine langsam anwachsende deutsche Bereitschaft, sich an friedensschaffenden und friedenserhaltenden Missionen zu beteiligen, eine Bereitschaft, die in den fast achttausend deutschen Soldaten mündete, die vom Balkan über Afghanistan bis hin zum Kongo stationiert sind.
Sollte also ein europäisches Truppen-Kontingent in den Libanon geschickt werden, wird Deutschland nicht um ein, wie auch immer geartetes, Engagement herumkommen, wie auch schon im Balkan-Krieg. Aber diese Absicht hat Deutschland auch gar nicht. Es ist nicht nur eine moralische Pflicht, den Friedens-Einsatz im Nahen Osten zu unterstützen, sondern es ist auch im Einklang mit deutschen Interessen. Sei es die Zukunft von Energie-Reserven oder das Vermeiden von militärischen Auseinandersetzungen auf Europas Türschwelle, es gibt viele praktische Gründe für Deutschland, eine Lösung dieses Konfliktes zu unterstützen. Während und nach der Entscheidung über die Bereitstellung von möglicher Hilfe, unabhängig von deren Zusammensetzung, sollten die Deutschen auch die andauernde Debatte ernst nehmen, da es scheint, als ob die deutsche Öffentlichkeit die Überlagerung der deutschen Interessen und die Unstabilität in der Region nicht immer wahrnimmt.
Laut der letzten Meinungsumfragen, glaubt die Mehrheit der deutschen Bevölkerung - 58 Prozent - dass deutsche Soldaten nicht an der UN Mission teilnehmen sollten. Einige würden die deutsche Vergangenheit als Grund nennen, andere wollen deutsche Soldaten nicht in einer turbulenten Region und mit einem unklaren Mandat der UN gefährden, Bedenken die auch von anderen Ländern geäußert werden. Unabhängig von den Gründen, die deutsche Öffentlichkeit scheint unsicherer und widerwilliger auf diese Krise als auf vorherige Krisen zu reagieren.
Obwohl ein Teil des deutschen Erbes immer die Erinnerung an den Holocaust sein wird, ist die deutsche Vergangenheit nicht nur der Holocaust. In der Tat hat die zweite Hälfte des zwanzigsten Jahrhundert in Deutschland eine Verpflichtung zum Schutz der Werte und Organisationen, die Deutschland an der Front im Kalten Krieg unterstützt haben, hervorgerufen. 61 Jahre nachdem der zweite Weltkrieg zu Ende ging hat Deutschland nun die Fähigkeit und die Verantwortung anderen, die diese Unterstützung benötigen, zu helfen. Dies schließt den Schutz für die Menschen im Norden Israels vor Raketen der Hisbollah, wie auch die Sicherheit von Häusern und Dörfern der Menschen auf der anderen Seite der libanesischen Grenze ein.
Deutschland muss nicht nur diskutieren was getan kann um zu helfen, sondern auch warum dieses getan werden muss. Hier geht es nicht nur um den Waffenstillstand an der israelisch-libanesischen Grenze. Es geht auch um die Zukunft der gesamten Region, die von Unstabilität, Angst und Fanatismus geprägt wird. Diese Zukunft ist für Europa und die Welt wichtig und daher auch für Deutschland.
Im Hinblick auf die Mehrheit der deutschen Bevölkerung, die einen Einsatz von Deutschland ablehnt, sind die deutschen Politiker gefragt, die Debatte effizienter zu führen und die möglichen Kosten, aber auch die Ziele deutlich zu definieren. Im Moment erscheinen sowohl die Diskussion in Berlin als auch die Signale von Berlin nicht sehr klar bezüglich der Leistungen die Deutschland bringen kann, um die Krise im Nahen Osten zu lösen. Teilweise ist dies auf politische Querellen innerhalb der Koalition zurückzuführen, teilweise ist es auch ein Ausdruck reeller Bedenken über deutsche Ressourcen, die Beiträge anderer Länder und was Beirut wirklich will. Die Debatten über die Frage was Deutschland nicht machen sollte haben jedoch die Debatten verdrängt, die sich um Deutschlands Interessen drehen.
Deutschlands Rolle im Mittleren Osten, und besonders im Hinblick auf die Beziehung mit Israel, sollte immer mit Blick auf die Vergangenheit gesehen werden. Aber die Erinnerung an die Vergangenheit sollte für Deutschland die Motivation sein, anderen, die versuchen die Gewalt in dieser Region zu beenden, zu helfen.
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This essay was translated into German by Kirsten Verclas and appeared in the August 31, 2006 AICGS Advisor, as well as the September 2, 2006 Die Welt.
For the original English version, please click here.
Please direct comments to: jjanes@aicgs.org
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Want to know more? Check out these links:
"Germany Expects to Send Over 1,200 Troops to Mideast," Reuters Online, August 31, 2006.
"Geberländer versprechen 730 Millionen Euro für Libanon," Der Spiegel Online, August 31, 2006.
"Fregatten "Mecklenburg-Vorpommern" und "Karlsruhe" machen sich bereit," Der Spiegel Online, August 31, 2006.
"German, Lebanese Leaders Discuss UN Buffer Force," Deutsche Welle Online, August 30, 2006.
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